Als »das größte Geheimnis der französischen Musikszene« hat ihn ein Kritiker einmal bezeichnet:
den Pariser Drehorgelspieler Pierre Charial. Charial, der am Konservatorium von Lyon Klavier, Fagott und Komposition studierte, hat vor über 30 Jahren die Drehorgel für sich entdecket und vom Jahrmarktsinstrument zu einer Stimme der Avantgarde verwandelt. Seither entlockt er seiner lochkartengesteuerten Orgel ein bizarres Feuerwerk von Klängen und Soundcollagen. Charial hat nicht nur historische Werke für mechanische Musikinstrumente, etwa von Mozart oder Haydn, wieder ausgegraben und neu interpretiert, sondern auch zeitgenössische Musik von György Ligeti oder Pierre Boulez eingespielt (die zum Teil eigens für ihn geschrieben wurde). Daneben arbeitete Charial mit Jazzmusikern wie Michael Riessler, Michel Portal, Jean-Louis Matinier oder der Schweizer Pianistin Sylvie Courvoisier, aber auch mit Frank-Zappa-Drummer Terry Bozzio zusammen. Zuletzt veröffentlicht er gemeinsam mit Michael Riessler und dessen Klassikkollegin Sabine Meyer die CD »Paris Mécanique« mit Musik aus dem Paris der 1920er Jahre, und, ebenfalls mit Riessler, BIG CIRCLE (Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik). Charial spielt eine lochkartengesteuerte Drehorgel des Pariser Drehorgelbauers André Odin mit 42 Tasten 114 Pfeifen und 3 Registern.

Formationen

  • Drehorgel solo
  • Duo mit Michael Riessler
  • Michael Riessler BIG CIRCLE

Konzertdaten 2022

26./27. MAI: Eberbach/Neckar (D); mit Michael Riessler
28. Mai: Ehingen (D); Schloss Mochental (solo)
01./02. JUN: Lucignano (I); mit Michael Riessler